Benzin-Abzocke in Südtirol

Benzin-Abzocke in Südtirol: Finanzpolizei versiegelt defekte Zapfsäulen

Die Preise für Benzin und Diesel steigen durch die Krisen im Nahen Osten immer weiter an. Autofahrer in Südtirol blicken deshalb mit Sorge auf die Anzeigetafeln der Tankstellen. Jeder Cent zählt momentan für die Pendler in der Region. Doch leider erhalten Kunden an der Zapfsäule nicht immer die Menge, für die sie am Ende bezahlen. Die Finanzpolizei Bozen griff deshalb nun hart durch.

Großkontrollen an Südtiroler Tankstellen

Das Kommando der Finanzpolizei in Bozen verstärkte in den letzten Tagen seine Kontrollen massiv. Die Beamten prüfen derzeit die gesamte Vertriebskette für Kraftstoffe in der Provinz. Ziel der Aktion ist der Schutz der Verbraucher vor unlauteren Praktiken. Transparente Preise und eine korrekte Abgabe an den Zapfsäulen stehen dabei im Fokus. Die Beamten wollen sicherstellen, dass die Technik einwandfrei funktioniert und niemand die aktuelle Marktlage ausnutzt.

Acht Zapfsäulen ohne Prüfsiegel in Schlanders

Besonders aktiv waren die Beamten der Finanzwache Schlanders im Vinschgau. Bei einer Inspektion stießen sie auf erhebliche Mängel an einer lokalen Tankstelle. Von insgesamt sechzehn Zapfsäulen fehlte bei acht Anlagen das offizielle Prüfsiegel. Dieses Siegel vom Eichamt der Handelskammer Bozen ist jedoch zwingend vorgeschrieben. Es bestätigt die regelmäßige Wartung und die Genauigkeit der Messgeräte. Ohne diesen „grünen Punkt“ darf kein Betreiber Treibstoff an Kunden verkaufen.

Die Polizisten führten direkt vor Ort mehrere Test-Betankungen durch. Das Ergebnis war eindeutig und erschreckend. Alle geprüften Zapfpistolen gaben weniger Kraftstoff ab, als das Display dem Kunden anzeigte. Die Beamten versiegelten die acht betroffenen Geräte umgehend. Dem Betreiber droht nun eine saftige Verwaltungsstrafe von bis zu 12.000 Euro.

Defekte Technik kostet Autofahrer bares Geld

Auch bei einer zweiten Tankstelle in der näheren Umgebung wurden die Kontrolleure fündig. Dort entdeckten sie zwei defekte Zapfpistolen für bleifreies Benzin. Auch hier floss deutlich weniger Treibstoff in den Tank als auf der Rechnung stand. Die Finanzpolizei setzte diese Geräte sofort außer Betrieb. Erst nach einer offiziellen Neukalibrierung durch Techniker dürfen diese Säulen wieder in Betrieb gehen.

Die Guardia di Finanza wird ihre Kontrollen in der gesamten Provinz Bozen lückenlos fortsetzen. Sie schützt damit nicht nur die Autofahrer, sondern auch den ehrlichen Wettbewerb unter den Tankstellenbetreibern. Zudem halten die Beamten Ausschau nach illegalen Quellen für Mineralölprodukte. Wer am falschen Ende spart, muss in Zukunft mit strengen Konsequenzen rechnen.

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