Großrazzia in Venedig: Polizei beschlagnahmt hunderte gefälschte Souvenirs
Venedig kämpft seit Jahren gegen den Ausverkauf seiner Seele. Billiger Ramsch aus Fernost verdrängt oft die echte Handwerkskunst der Lagunenstadt. Jetzt setzte die örtliche Polizei ein deutliches Zeichen für den Verbraucherschutz. Bei einer gezielten Razzia in den Vierteln San Marco und San Polo zogen die Beamten rund 600 Artikel aus dem Verkehr.
Schlag gegen den Billigramsch in der Altstadt
Die Aktion fand im Rahmen der Initiative „Glas ist besser“ statt. Dieses Projekt schützt das berühmte venezianische Kunstglas vor billigen Kopien. Die Spezialabteilung der Ortspolizei nahm mehrere Souvenirläden genau unter die Lupe. Dabei stießen die Kontrolleure auf massive Missstände. Viele Produkte besaßen keinerlei Kennzeichnung über ihre Herkunft oder Zusammensetzung.
Solche fehlenden Angaben sind kein Kavaliersdelikt. Sie verhindern die Rückverfolgbarkeit der Waren komplett. Oft wissen die Käufer gar nicht, welche Materialien sie eigentlich erwerben. Das birgt handfeste Risiken für die Sicherheit der Kunden. Die Polizei beschlagnahmte die Waren daher umgehend.
Gefährliche Mängel und illegale Tricks
Die Beamten fanden bei ihrem Rundgang jedoch noch weit mehr als nur gefälschte Waren. In einigen Geschäften herrschten abenteuerliche Zustände. Die Polizisten entdeckten etwa provisorische Stromkabel an den Außenfassaden. Diese Konstruktionen verstoßen massiv gegen die Sicherheitsvorschriften und gefährden Passanten.
Zudem nutzten viele Händler illegal den öffentlichen Raum. Sie stellten Verkaufsständer ohne Genehmigung auf die engen Gassen. Manche Betreiber vergrößerten eigenmächtig ihre Ladenflächen im Inneren. Ein besonders dreister Trick flog ebenfalls auf: Zwei getrennte Geschäfte nutzten gemeinsam nur eine einzige Registrierkasse. Das widerspricht den geltenden Finanzgesetzen deutlich. Sogar mögliche Verstöße gegen das Baurecht meldeten die Beamten an die zuständigen Fachabteilungen.
Schutz für Handwerker und Urlauber
Sicherheitsstadträtin Elisabetta Pesce lobte den Einsatz der Beamten ausdrücklich. Sie sieht in der Verteidigung der Legalität einen wichtigen Schutz für ehrliche Unternehmer. Wer sich an die Regeln hält, leidet unter der unfairen Konkurrenz der Trickser. Die Stadt will Venedig als Ort der Qualität bewahren.
Auch Handelsstadtrat Sebastiano Costalonga betonte die Bedeutung der Identität Venedigs. Der Kampf gegen Fälschungen schützt die historischen Werkstätten der Stadt. Venedig setzt verstärkt auf Marken wie „Promovetro“, um das echte Handwerk zu stärken. Die Kontrollen in den Gassen gehen in den nächsten Wochen unvermindert weiter.
