Tragödie in Jesolo Paese: Auto stürzt in den Sile – 23-jähriger Tourist stirbt im Fluss
Ein sonniges Sommerwochenende an der adriatischen Küste endete am späten Sonntagvormittag in einer furchtbaren Tragödie. Ein junger Mann verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug und ertrank im Fluss Sile, obwohl Ersthelfer sofort alles versuchten.
Der fatale Sekundenbruchteil am Flussufer
Es passierte um kurz vor halb zwölf in Jesolo Paese. Ein 23-jähriger Tourist aus Arluno bei Mailand war mit seinem Opel Corsa auf der Via Drago unterwegs. Viele Autofahrer nutzen diese schmale Nebenstraße gerne als Geheimtipp. So umgehen sie die langen Staus auf den großen Hauptstraßen zum Strand.

Plötzlich passierte das Unglück. Aus noch völlig ungeklärter Ursache kam der Wagen von der Fahrbahn ab. Die Ermittler vermuten eine kurze Ablenkung oder ein plötzliches medizinisches Problem. Das Auto steuerte schnurgeradeaus, schoss genau zwischen zwei großen Bäumen hindurch und durchbrach einen hölzernen Schutzzaun. Mit einem lauten Knall stürzte das Fahrzeug in den tiefen Sile.
„Ich fuhr gerade mit dem Fahrrad über die Brücke, als ich einen lauten Knall hörte. Als ich mich umdrehte, trieb das Auto bereits im Wasser“, berichtete der sichtlich schockierte Augenzeuge Paolo Lorenzon später italienischen Lokalmedien.
Verzweifelte Rettungsversuche vor den Augen der Zeugen
Das Auto trieb zunächst an der Oberfläche. Die Strömung zog den Wagen langsam in Richtung Mündung. Ein Beamter der örtlichen Polizei stand zufällig bei einer Verkehrskontrolle ganz in der Nähe. Er handelte sofort, rannte zum Flussbett und sprang ohne Zögern in die Fluten. Auch andere Passanten und Gäste des nahen Restaurants „I tre leoni“ eilten herbei. Einige sprangen ebenfalls ins Wasser, andere suchten hektisch nach Seilen und Rettungsringen.

Die Helfer schafften es sogar, die Heckklappe des Autos zu öffnen. Doch der Weg nach vorne blieb versperrt. Die ausgelösten Airbags nahmen im engen Innenraum jede Sicht und blockierten den Zugang. Auf der Windschutzscheibe liefen derweil die Scheibenwischer. Für die Menschen am Ufer war das ein schreckliches Zeichen. Der Fahrer lebte also zu dem Zeitpunkt vermutlich noch und kämpfte verzweifelt um sein Leben.
Die traurige Gewissheit nach der Bergung
Nach wenigen Minuten füllte sich der Opel Corsa komplett mit Wasser und sank vor den Augen der geschockten Zeugen auf den Flussgrund. Die alarmierten Einsatzkräfte trafen kurz darauf ein. Feuerwehrleute aus Jesolo, Taucher aus Venedig und ein Rettungshubschrauber begannen sofort mit der schwierigen Unterwasserbergung.

Die Taucher seilten sich aus dem Hubschrauber ab und erreichten das Wrack. Sie konnten den jungen Mann jedoch nur noch tot aus dem Auto bergen. Die Einsatzkräfte suchten danach noch fast eine Stunde lang den Fluss ab. Sie befürchteten weitere Insassen im Wagen. Am Nachmittag gaben die Behörden schließlich Entwarnung. Der junge Mailänder saß alleine im Auto. Ein schwerer Schock für die Familie: Der junge Mann hätte am kommenden Donnerstag seinen 24. Geburtstag gefeiert.
