AMX am Ortseingang von Jesolo offiziell eingeweiht
Der ausgemusterte AMX-Jet am Ortseingang von Jesolo ist nun auch offiziell seiner neuen Bestimmung übergeben worden. Vertreter der Stadt und der italienischen Luftwaffe weihten das Flugzeug am Dienstagvormittag auf dem Kreisverkehr der Viale del Marinaio ein. Die Installation soll an die Geschichte des Jets erinnern und die enge Verbindung zwischen Jesolo und dem 51. Stormo von Istrana sichtbar machen.
Neues Wahrzeichen begrüßt Besucher von Jesolo
Wer über die Viale del Marinaio nach Jesolo fährt, kommt seit einigen Wochen an einem außergewöhnlichen Blickfang vorbei. Auf dem Kreisverkehr nahe der Via Aldo Policek steht ein ehemaliger AMX der italienischen Luftwaffe.
Am Dienstag, 28. Juli 2026, fand nun die offizielle Einweihung statt. Bürgermeister Christofer De Zotti nahm gemeinsam mit hochrangigen Vertretern der Aeronautica Militare an der Zeremonie teil.
Zu den Gästen gehörten der stellvertretende Kommandeur des italienischen Weltraum- und Luftoperationskommandos, Brigadegeneral Luca Giuseppe Vitaliti, sowie der Kommandeur des 51. Stormo von Istrana, Oberst Marco Mangini. Vitaliti vertrat bei der Feier den Generalstabschef der italienischen Luftwaffe.




Flugzeug stammt vom 51. Stormo in Istrana
Der ausgestellte Jet gehört zum 51. Stormo, dessen Militärflugplatz sich in Istrana in der Provinz Treviso befindet.
Die Stadt Jesolo und der Luftwaffenverband unterzeichneten im September 2025 einen offiziellen Freundschaftspakt. Der AMX am Stadteingang macht diese Zusammenarbeit nun dauerhaft sichtbar.
Bereits bei der Planung spielte der Standort eine wichtige Rolle. Die Stadt ließ das Flugzeug auf einem einzelnen Stahlträger befestigen, der fest in einem Betonfundament verankert ist. Die Nase des Jets zeigt nach Südwesten. Eine in den Boden integrierte Beleuchtung hebt die Silhouette auch am Abend hervor.



Was ist der AMX „Ghibli“?
Beim AMX handelt es sich um einen leichten einmotorigen Angriffs- und Aufklärungsjet. Italienische und brasilianische Unternehmen entwickelten das Flugzeug gemeinsam in den 1980er-Jahren.
Die italienische Luftwaffe gab dem Jet später den Beinamen „Ghibli“. Das Flugzeug sollte robust, vielseitig und vergleichsweise einfach zu warten sein.
Der AMX konnte Bodentruppen unterstützen, Ziele aufklären und hochauflösende Bilder aus der Luft liefern. Durch spätere technische Modernisierungen erhielt er unter anderem modernere Sensoren, präzisere Navigationssysteme und neue Aufklärungsausrüstung.
Der Jet ist rund 13,6 Meter lang und besitzt eine Spannweite von knapp 8,9 Metern. Ein Rolls-Royce-Spey-Triebwerk beschleunigte ihn auf bis zu rund 1.040 Kilometer pro Stunde. Das maximale Startgewicht lag bei etwa 13 Tonnen.
Einsätze auf dem Balkan, in Afghanistan und im Irak
Der erste AMX wurde 1989 dem 103. Gruppo Volo des 51. Stormo in Istrana zugeteilt. Später nutzten auch weitere Verbände der italienischen Luftwaffe den Flugzeugtyp.
Seinen ersten Kampfeinsatz absolvierte der AMX Mitte der 1990er-Jahre über dem ehemaligen Jugoslawien. Danach folgten Einsätze im Kosovo, in Afghanistan, Libyen, im Irak und in Kuwait.
Die italienische Luftwaffe setzte das Flugzeug vor allem für Aufklärungsmissionen, die Unterstützung von Bodentruppen und die Überwachung von Einsatzgebieten ein. Auch im Inland erfüllte der Jet wichtige Aufgaben. Nach Erdbeben, Überschwemmungen und anderen Katastrophen fertigten AMX-Besatzungen Luftaufnahmen der betroffenen Gebiete an.
Insgesamt kamen die italienischen AMX während ihrer 35-jährigen Einsatzzeit auf mehr als 240.000 Flugstunden. Davon entfielen rund 18.500 Stunden auf reale Operationen. Die Maschinen flogen in 33 Ländern und acht verschiedenen Einsatzgebieten.
Außerdienststellung nach 35 Jahren
Die italienische Luftwaffe verabschiedete den AMX im April 2024 mit einer feierlichen Zeremonie auf dem Militärflugplatz von Istrana.
Damit endete eine 35-jährige Ära. Der offizielle Lebenszyklus des Flugzeugtyps lief am 30. April 2024 aus. Der AMX gehörte nach Angaben der Luftwaffe zu den am häufigsten bei Auslandseinsätzen verwendeten italienischen Militärflugzeugen.
Einige erhaltene Maschinen dienen heute als Ausstellungsstücke. Sie erinnern an die technische Entwicklung der italienischen Luftfahrt und an die Einsätze der beteiligten Verbände.
Der Jet in Jesolo erhält damit keine rein dekorative Funktion. Er wird zu einem öffentlich sichtbaren Zeugnis eines bedeutenden Kapitels der italienischen Luftfahrtgeschichte.
Club Frecce Tricolori spielte entscheidende Rolle
Eine wichtige Rolle bei der Umsetzung übernahm der Club Frecce Tricolori Jesolo „Mario Naldini“. Der Verein unterstützte die Stadt bei der Zusammenarbeit mit der italienischen Luftwaffe und begleitete das Projekt von der Planung bis zur Aufstellung.
Der Club pflegt seit Jahren die Verbindung zwischen Jesolo, der Aeronautica Militare und den Frecce Tricolori. Diese Beziehung zeigt sich besonders beim Jesolo Air Show, der regelmäßig Zehntausende Zuschauer an die Küste bringt.
Der AMX bildet nun ein weiteres dauerhaftes Symbol dieser besonderen Luftfahrttradition.
Zahlreiche Unternehmen und Organisationen halfen mit
Die italienische Luftwaffe stellte das Flugzeug zur Verfügung. Das 51. Stormo unterstützte den Transport und die technische Umsetzung.
Auch mehrere örtliche Unternehmen und Organisationen beteiligten sich an dem Projekt. Dazu gehören Feltrin Srl, Jesolo Patrimonio, Jesolo Turismo, Vidotto Sport, Personal Lite Pubblicità und Prefabbricati Favero Srl.
Zusätzliche Unterstützung kam von der Provinzfeuerwehr, dem Ingenieurbüro Fabio Martignago sowie den Architekten Paolo und Luca Perissinotto.
Durch diese Zusammenarbeit konnte aus dem ausgemusterten Flugzeug ein beleuchtetes und dauerhaft gesichertes Denkmal entstehen.
Diskussionen über ein ungewöhnliches Wahrzeichen
Ein echtes Militärflugzeug auf einem Kreisverkehr fällt zwangsläufig auf. Bereits während der Montage sorgte der AMX in Jesolo für zahlreiche Reaktionen.
Viele Einwohner und Urlauber fotografierten die neue Installation. Luftfahrtfans begrüßten den Jet als sichtbares Zeichen der langjährigen Verbindung zwischen Jesolo und der italienischen Luftwaffe.
Andere betrachteten ein Militärflugzeug als Wahrzeichen eines Urlaubsortes kritischer. Die Stadt versteht die Installation jedoch vor allem als historisches Denkmal und als Zeichen der Freundschaft mit dem 51. Stormo.
Unabhängig von der persönlichen Einschätzung hat sich der AMX bereits zu einem der auffälligsten Orientierungspunkte am Ortseingang entwickelt.
Dauerhafte Erinnerung an Jesolos Verbindung zur Luftfahrt
Jesolo besitzt seit vielen Jahren eine besondere Verbindung zur Fliegerei. Das Jesolo Air Show gehört zu den größten Flugveranstaltungen Italiens. Die Frecce Tricolori bilden dabei traditionell den Höhepunkt.
Mit dem AMX am Ortseingang erhält diese Verbindung nun ein dauerhaftes Symbol. Der Jet erinnert an die Geschichte des 51. Stormo, an seine Einsätze und an die jahrzehntelange Arbeit der Piloten, Techniker und Einsatzkräfte.
Seit der offiziellen Einweihung am 28. Juli 2026 gehört der „Ghibli“ endgültig zum Stadtbild von Jesolo.
Stand: 28. Juli 2026
