Aufruhr in Jesolo – die Maranzen sind zurück: Bürgermeister will „Abschaum“ von den Stränden verbannen
Jesolo startet mit vollen Stränden in die neue Urlaubssaison. Am letzten Wochenende strömten täglich rund 200.000 Badegäste an den beliebten Badeort. Doch die Idylle trügt. Zwei heftige Massenschlägereien innerhalb von drei Tagen sorgen für große Unruhe. Nun greifen die Behörden hart durch. Bürgermeister Christofer De Zotti zeigt sich auf Facebook extrem wütend. Er fordert null Toleranz für Gewalttäter.
Gewalt im Urlaubsparadies: Jugendliche gehen aufeinander los
Die erste Schlägerei passierte am Samstagabend am Strand vor der Piazza Brescia. Hunderte Touristen mussten die Szenen miterleben. Ein Stoß von einem Badesteg ins Wasser löste den Streit aus. Sofort flogen die Fäuste. Am Montagnachmittag folgte der zweite Vorfall in der Via Herrera in der Nähe des Busbahnhofs. Wieder gingen etwa zwanzig bis dreißig Jugendliche aufeinander los. Sie traten und schlugen wild um sich. Die Jugendlichen handelten wie ein unkontrollierbares Rudel. Erst die lauten Rufe von Anwohnern beendeten das Chaos. Die Zeugen drohten lautstark mit der Polizei.
Die Täter sind meistens zwischen 15 und 16 Jahre alt. Einige stammen aus Jesolo und der Nachbargemeinde Eraclea. Viele reisen aber aus der nahegelegenen Provinz Treviso an. Es handelt sich oft um Jugendliche mit Migrationshintergrund. Der Bürgermeister spricht von einem seltsamen Rassismus unter den verschiedenen Gruppen. Die Jugendlichen reisen meistens mit Bussen an. Sie treffen sich rituell am Busbahnhof oder bei Fast-Food-Restaurants. Danach ziehen sie zu den freien Strandabschnitten.
Die Polizei greift durch: Erste Täter identifiziert
Die Carabinieri arbeiten unter Hochdruck. Sie werten derzeit viele Videos von Überwachungskameras und Zeugen aus. Drei minderjährige Täter haben die Ermittler bereits identifiziert. Einer von ihnen war sogar an beiden Schlägereien beteiligt. Die Polizei verbindet die beiden Taten direkt miteinander. Die Behörden fordern nun strenge Strafen. Die Identifizierten erhalten ein hartes Aufenthaltsverbot für die Stadt. Volljährige Täter müssen mit einer Wegweisung von bis zu drei Jahren rechnen.
Sicherheitsgipfel in Venedig: Der Lido wird zur Verbotszone
Bürgermeister De Zotti telefonierte bereits mehrfach mit dem Präfekten von Venedig. Für Donnerstagnachmittag ist ein dringendes Treffen für Sicherheit und Ordnung angesetzt. Die Politik will die Vorfälle im Keim ersticken. Der Plan sieht mehr Polizisten, Carabinieri und Finanzbeamte für den Sommer vor.
Außerdem beraten die Politiker über die Rückkehr der sogenannten Roten Zonen. In diesen Bereichen gelten strenge Kontrollen und Betretungsverbote für bekannte Unruhestifter. Bisher betraf dies die Zonen zwischen Piazza Casa Bianca und Piazza Aurora. Auch der Bereich um die Piazza Milano gehörte dazu. Nun fordern die Ladenbesitzer eine Erweiterung bis zur Piazza Torino. Fast der gesamte Lido könnte so zur Sicherheitszone werden.
Wirtschaft fordert harte Hand gegen Kriminelle
Die örtlichen Verbände unterstützen den harten Kurs der Stadt. Pierfrancesco Contarini vom Hotelierverband findet deutliche Worte. Jesolo sei eine offene Stadt für alle Menschen. Für Halbstarke und Kriminelle gibt es aber keinen Platz. Auch der Einzelhandel fordert Kontrollen direkt bei der Ankunft am Busbahnhof. Die Urlauber sollen den Sommer in Jesolo schließlich sicher und friedlich genießen können.
