Festnahme auch in Jesolo nach Schussattentat im Drogenmilieu
Die Carabinieri haben am Dienstag zwei Männer festgenommen, die für einen bewaffneten Hinterhalt in Mirano verantwortlich sein sollen. Einer der Beschuldigten wurde im Raum Jesolo aufgegriffen. Nach Darstellung der Ermittler wollte sich das Opfer aus einem mutmaßlichen Drogennetzwerk zurückziehen. Daraufhin sollen die beiden Männer zunächst Todesdrohungen ausgesprochen und später auf den Mann geschossen haben.
Zwei Festnahmen in Mirano und Jesolo
Die Carabinieri haben am Dienstagmorgen, 28. Juli 2026, in Mirano und Jesolo zwei albanische Staatsbürger festgenommen. Gegen die Männer besteht der dringende Verdacht des versuchten Mordes und des unerlaubten Besitzes einer Schusswaffe.
Der Ermittlungsrichter in Venedig ordnete auf Antrag der Staatsanwaltschaft Untersuchungshaft an. An dem Einsatz beteiligten sich die Carabinieri der Compagnia di Mestre, der Ermittlungsdienst des Provinzkommandos Venedig und eine Hundestaffel aus Torreglia.
Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen kamen die beiden Beschuldigten in die Gefängnisse von Venedig und Padua. Die Vorwürfe sind bislang nicht rechtskräftig festgestellt.
Schuss fiel in der Nacht zum 1. Juli
Ausgangspunkt der Ermittlungen war ein bewaffneter Angriff in Mirano. In der Nacht zum 1. Juli wurde ein Mann in der Nähe seines Hauses von einem Schuss getroffen.
Das Projektil traf ihn nach den aktuellen Ermittlungsangaben im Bereich zwischen Schulter und Hals. Erste Berichte sprachen zunächst von einer Schussverletzung an der Schulter. Der Verletzte wurde im Krankenhaus Dell’Angelo in Mestre behandelt und befand sich nach damaligem Kenntnisstand nicht in Lebensgefahr.
Die mutmaßlichen Angreifer sollen den Mann bei seiner Rückkehr erwartet haben. Nach dem Schuss konnte sich das verletzte Opfer in die umliegende Vegetation retten und dort vor den Tätern verstecken.
Ermittler vermuten Konflikt innerhalb eines Drogennetzwerks
Nach der inzwischen vorliegenden Rekonstruktion soll der Angriff mit einem mutmaßlichen Netzwerk für den Handel mit Drogen zusammenhängen. Dieses soll in Mirano und angrenzenden Gemeinden aktiv gewesen sein.
Sowohl die beiden Beschuldigten als auch das spätere Opfer sollen nach Darstellung der Ermittler zu diesem Umfeld gehört haben. Der verletzte Mann habe sich jedoch aus dem Netzwerk zurückziehen und einen legalen Weg einschlagen wollen.
Diese Entscheidung sollen die beiden Festgenommenen nicht akzeptiert haben. Bereits seit Februar sollen sie den Mann wiederholt mit dem Tod bedroht haben. In der Nacht zum 1. Juli hätten sie die Drohungen schließlich in die Tat umsetzen wollen.
Ob sich der Ablauf im weiteren Strafverfahren vollständig bestätigt, bleibt abzuwarten.
Beide Männer sollen bewaffnet gewesen sein
Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand sollen beide Beschuldigten bei dem Hinterhalt Pistolen getragen haben. Die Staatsanwaltschaft geht offenbar davon aus, dass sie das Opfer gezielt töten wollten.
Dass der Angriff nicht tödlich endete, dürfte vor allem daran gelegen haben, dass der Verletzte trotz seiner Schusswunde fliehen und sich verstecken konnte.
In den Wohnungen und Fahrzeugen der beiden Männer fanden die Carabinieri später Munition. Diese soll dasselbe Kaliber besitzen wie das Projektil, das das Opfer traf.
Ob die mutmaßliche Tatwaffe selbst sichergestellt wurde, geht aus den bislang veröffentlichten Informationen nicht hervor. Bereits unmittelbar nach dem Angriff hatten die Ermittler am Tatort ein Geschoss beziehungsweise eine Patronenhülse sichergestellt, die Waffe jedoch zunächst nicht gefunden.
Material mit möglichem Bezug zum Drogenhandel entdeckt
Bei den Durchsuchungen fanden die Ermittler außerdem Gegenstände, die sie einer mutmaßlichen Tätigkeit im Drogenhandel zuordnen.
Welche Substanzen oder Materialien konkret sichergestellt wurden und in welchem Umfang, wurde zunächst nicht veröffentlicht. Auch ist noch offen, welche Rolle die einzelnen Beteiligten innerhalb des vermuteten Netzwerks gespielt haben sollen.
Die Festgenommenen werden in diesem Verfahren derzeit vor allem wegen versuchten Mordes und des unerlaubten Besitzes einer Schusswaffe beschuldigt.
Welche Verbindung besteht zu Jesolo?
Der eigentliche Angriff fand nicht in Jesolo statt, sondern rund 40 Kilometer entfernt in Mirano.
Jesolo wird in der Meldung genannt, weil die Haftbefehle zwischen Mirano und Jesolo vollstreckt wurden. Nach Angaben von ANSA sollen die beiden Männer in Mirano und Jesolo wohnhaft sein.
Es gibt bislang keinen Hinweis darauf, dass die Schussabgabe oder der konkrete Konflikt in Jesolo stattfand. Ebenso ist derzeit keine Verbindung zu anderen aktuellen Drogenverfahren an der venezianischen Küste bestätigt.
Widersprüchliche Angabe zum Alter eines Beschuldigten
Bei einem Detail unterscheiden sich die veröffentlichten Angaben. Die vorliegende Mitteilung nennt zwei Männer im Alter von 44 und 39 Jahren. ANSA berichtet dagegen von einem 44- und einem 29-Jährigen. Andere aktuelle Zusammenfassungen übernehmen wiederum die Altersangabe 44 und 39 Jahre.
Da sich das Alter des jüngeren Beschuldigten derzeit nicht eindeutig auflösen lässt, verzichten wir im Artikel auf diese Angabe.
Ermittlungsverfahren noch nicht abgeschlossen
Die Untersuchungshaft bedeutet keine Verurteilung. Sie dient dazu, das laufende Verfahren abzusichern.
Die Staatsanwaltschaft und die Carabinieri müssen nun unter anderem die sichergestellte Munition, mögliche Spuren an Fahrzeugen und Wohnungen sowie die Hintergründe des mutmaßlichen Drogennetzwerks weiter auswerten.
Für beide Männer gilt die Unschuldsvermutung, bis ein rechtskräftiges Urteil vorliegt.
Stand: 28. Juli 2026
