Finanzpolizei zerschlägt illegale Schattenbank

Riesiger Coup in Padua: Finanzpolizei zerschlägt illegale Schattenbank

Die italienische Guardia di Finanza hat ein riesiges kriminelles Netzwerk in der Region Venetien ausgehoben. Ein chinesisches Syndikat betrieb in Padua eine illegale Bank für Geldwäsche im großen Stil. Die Ermittler beschlagnahmten Vermögenswerte von über 40 Millionen Euro. Zu den Sicherstellungen gehören Luxusautos, Immobilien, Kryptowährungen und teure Uhren. Über 200 Einsatzkräfte beteiligten sich an der Razzia in mehreren italienischen Städten.

Bargeld in Schuhkartons und heimliche Tresore

Die Spur führte die Beamten in das Industriegebiet von Padua. Dort fielen verdächtige Bewegungen von Luxuskarossen und Personen mit prall gefüllten Tüten auf. Die Kriminellen versteckten das Bargeld in Schuhkartons, Lebensmitteltüten oder Einkaufskoffern. Im Inneren des Gebäudes stießen die Ermittler auf eine hochprofessionelle Infrastruktur. Die Räume waren videoüberwacht und mit modernen Geldzählmaschinen sowie Tresoren ausgestattet.

Das Institut fungierte als sogenannte „Underground Bank“ ohne jegliche Genehmigung. Die Bande vergab dort Kredite zu Wucherzinsen von bis zu 120 % pro Jahr. Zudem tauschten sie Bargeld in Kryptowährungen um, um Spuren zu verwischen. Das Netzwerk verfügte über weitere Sammelstellen in Privatwohnungen und im lokalen Großhandel.

Ein Geflecht aus Scheinfirmen und Doppelgängern

Die Organisation agierte extrem professionell und nutzte ein Netz aus „Briefkastenfirmen“. Ein spezialisierter Steuerberater gründete diese Firmen nur für die Ausstellung falscher Rechnungen. Dadurch konnten beteiligte Unternehmer Steuern hinterziehen und illegale Gewinne waschen. Besonders dreist war die Methode zur Kontoeröffnung. Die Bande kaufte echte Ausweisdokumente von chinesischen Bürgern auf. Dritte Personen mit ähnlichem Aussehen gaben sich dann bei Terminen als die Inhaber aus.

Illegales Glücksspiel direkt nebenan

Direkt neben der geheimen Bank entdeckte die Polizei eine illegale Spielhalle. Diese diente dem Syndikat als logistische Basis. An automatischen Spieltischen konnten Kunden ihr Geld verspielen. Wer pleite war, lieh sich neues Bargeld direkt bei den Bankkassierern nebenan. Die Gewinne aus diesen Geschäften flossen über komplexe Wege bis nach China. Dabei nutzte die Bande Zwischenstationen in ganz Europa, etwa in Deutschland oder Dänemark.

Insgesamt gibt es 21 Verdächtige. Davon befinden sich bereits 17 Personen in Haft oder unter Hausarrest. Die Ermittlungen dauern noch an.

Bild und Informationen: mit freundlicher Genehmigung der GDF
Gentile concessione dell’Ufficio Stampa GdF

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