Vorsicht vor falschen Maut-Mails

Vorsicht vor falschen Maut-Mails: Betrüger jagen ASFINAG-Kunden

Pünktlich zu Beginn der Hauptreisezeit versuchen Kriminelle mit einer neuen Betrugsmasche, Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Es geht dabei um Strafen für angebliche Mautsünder. Die Opfer sollen ohne gültige digitale Autobahnvignette unterwegs gewesen sein.

Die Opfer erhalten ein E-Mail, das angeblich vom Service-Center der ASFINAG Mautaufsicht kommt. Die ersten drei Absätze lesen sich noch einigermaßen glaubwürdig.

Angebliche Kulanz statt Ersatzmautforderung

Bei einer automatisierten Routinekontrolle sei festgestellt worden, dass für das Fahrzeug keine gültige Vignette vorlag. Die Nachricht verweist auf das Bundesstraßen-Mautgesetz und droht mit 120 Euro Ersatzmaut. So weit, so realistisch.

Ab dem nächsten Absatz sollten dann aber die Alarmglocken schrillen. Die ASFINAG möchte den Fall angeblich unbürokratisch und auf Kulanz klären. Der Empfänger soll über einen Link eine rückwirkende Vignette für 12,36 Euro kaufen. Damit sei die teure Strafe vom Tisch.

Prominente Opfer im Visier der Betrüger

Die Täter gehen bei dieser Masche extrem gezielt vor. Auch Christoph Thür, der Geschäftsführer der Mediengruppe Adria Magazin GmbH, erhielt genau diese gefälschte E-Mail. Das Schreiben landete direkt in seinem Posteingang.

Besonders brisant: Der Betrugsversuch ging exakt an die E-Mail-Adresse raus, die Thür auch in seinem echten ASFINAG-Kundenkonto nutzt. Das wirft dringende Fragen zum Datenschutz auf. Kriminelle könnten gezielt Kundendaten für ihre Masche abgegriffen haben.

Mitgeschickten Link niemals öffnen

„Die Fälle sind seit heute bei der ASFINAG bekannt. Wir empfehlen auf jeden Fall, immer den Absender zu prüfen. Öffnen Sie den Link nicht und geben Sie keinesfalls Daten ein“, warnt Stefan Zangerle, Leiter der Abteilung Mautvertrieb der ASFINAG.

Auch der krumme Betrag von 12,36 Euro weist sofort auf ein Fake-Mail hin. Die ASFINAG verschickt solche Forderungen niemals per E-Mail. Offizielle Ersatzmautforderungen kommen ausschließlich auf dem Postweg. Das Unternehmen informiert bereits auf allen Kanälen über die Gefahr. Experten arbeiten unterdessen an technischen Gegenmaßnahmen.

ASFINAG rät zu Anzeige und Dokumentation

Wer bereits in die Falle getappt ist, muss schnell handeln. Informieren Sie sofort Ihren Kreditkartenanbieter. Kontrollieren Sie alle Abrechnungen in nächster Zeit extrem genau. Die ASFINAG rät zudem, alle Auffälligkeiten zu dokumentieren und Fotos zu machen. Erstatten Sie im Ernstfall auf jeden Fall eine Anzeige bei der Polizei.

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