Waldbrände in Friaul

Waldbrände in Friaul: Das müssen Urlauber auf dem Weg nach Jesolo jetzt wissen

Die schweren Waldbrände in Friaul-Julisch Venetien halten die Einsatzkräfte weiterhin in Atem. Besonders kritisch bleibt die Situation in der Carnia rund um Tolmezzo und Amaro. Dort kämpfen Feuerwehr, Forstdienst und Zivilschutz gegen mehrere Brandherde in teilweise extrem schwer zugänglichem Gelände.

Inzwischen wurde für Friaul-Julisch Venetien der regionale Notstand ausgerufen. Gleichzeitig wird die Bevölkerung in mehreren Gemeinden wegen der starken Rauchentwicklung zu besonderen Vorsichtsmaßnahmen aufgerufen.

Für Urlauber auf dem Weg nach Jesolo und Cavallino-Treporti stellt sich vor allem eine Frage: Sind die wichtigen Anreiserouten über die A23 und A4 betroffen?

Großeinsatz am Monte Amariana bei Tolmezzo

Besonders angespannt ist die Lage am Monte Amariana zwischen Amaro und Tolmezzo. Das Feuer hat sich dort über eine große Fläche ausgebreitet.

In der Nacht auf Sonntag, 16. August, verschärfte sich die Situation nochmals. Die Flammen breiteten sich in Richtung Monte Amarianute und Tolmezzo aus. Im Bereich Pissebus wurden vorsorglich Bewohner aus ihren Häusern gebracht.

Das bergige und teilweise extrem steile Gelände erschwert die Arbeit der Einsatzkräfte erheblich. Viele Brandstellen können vom Boden aus kaum erreicht werden.

Deshalb kommen neben Feuerwehr, Forstverwaltung und Zivilschutz auch Löschhubschrauber und Löschflugzeuge zum Einsatz.

Unterstützung kommt dabei auch aus den Nachbarländern. Löschflugzeuge haben in den vergangenen Tagen unter anderem Wasser am Weissensee in Kärnten aufgenommen.

Regionaler Notstand ausgerufen

Angesichts der zahlreichen Waldbrände hat die Region Friaul-Julisch Venetien am 14. August den regionalen Notstand erklärt.

Gleichzeitig wurde der bereits bestehende Notstand aufgrund der Trockenheit auf das gesamte Gebiet von Friaul-Julisch Venetien ausgeweitet.

Für erste Maßnahmen im Zusammenhang mit den Waldbränden und der anhaltenden Trockenheit wurden 1,7 Millionen Euro bereitgestellt.

Die Lage bleibt angespannt. Neben dem Großbrand am Monte Amariana gibt es weitere Brandstellen in den Bergen des nördlichen Friauls.

Rauch wird zunehmend zum Problem

Nicht nur die Flammen bereiten den Behörden Sorgen. Auch die enorme Rauchentwicklung beeinträchtigt inzwischen die Luftqualität in Teilen der Carnia erheblich.

Die regionale Umweltagentur ARPA FVG hat erhöhte Feinstaubkonzentrationen festgestellt. Besonders während der Nacht und am frühen Morgen kann sich der Rauch in den Tälern sammeln.

Am Sonntagmorgen wurden an einzelnen Messpunkten im unmittelbaren Umfeld der Brände sehr hohe kurzfristige PM10-Werte festgestellt.

Die Behörden haben deshalb konkrete Gesundheitsempfehlungen veröffentlicht.

FFP2- oder FFP3-Masken in 17 Gemeinden empfohlen

Für insgesamt 17 Gemeinden wurden besondere Vorsichtsmaßnahmen empfohlen:

Tolmezzo, Amaro, Cavazzo Carnico, Zuglio, Arta Terme, Artegna, Sutrio, Cercivento, Paluzza, Paularo, Villa Santina, Moggio Udinese, Tarcento, Treppo Ligosullo, Venzone, Gemona del Friuli und Osoppo.

Die Bevölkerung soll Aufenthalte im Freien möglichst reduzieren und Fenster sowie Türen bei starker Rauchentwicklung geschlossen halten.

Auch auf intensive sportliche Aktivitäten im Freien sollte derzeit verzichtet werden.

Wer sich für längere Zeit im Freien aufhalten muss, sollte nach Empfehlung der Behörden eine FFP2- oder FFP3-Maske tragen.

Besondere Vorsicht gilt für Kinder, ältere Menschen, Schwangere sowie Menschen mit Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Ist die A23 auf dem Weg nach Jesolo betroffen?

Für viele Urlauber aus Österreich und Deutschland führt die klassische Anreise nach Jesolo über Tarvisio – A23 – Udine – A4.

Die A23 führt dabei unmittelbar durch die derzeit von den Waldbränden betroffene Region.

Die gute Nachricht: Nach aktuellem Stand gibt es keine generelle brandbedingte Sperre der A23 zwischen Tarvisio und Udine.

Autofahrer können insbesondere im Bereich Carnia/Tolmezzo und Amaro jedoch Rauch und die großen Rauchwolken über den Bergen wahrnehmen.

Direkt im Brandgebiet gibt es dagegen lokale Straßensperren. Unter anderem war die SR UD 125 zwischen Amaro und Tolmezzo betroffen. Diese Sperren sollen die Bevölkerung schützen und die Zufahrtswege für die Einsatzkräfte freihalten.

Urlauber sollten keinesfalls versuchen, in die Brandgebiete zu fahren, um die Löscharbeiten zu beobachten.

Achtung: Auch an der A4 gibt es aktuell Waldbrände

Für Reisende nach Jesolo ist derzeit allerdings noch eine zweite Entwicklung wichtig.

Am Wochenende sind weitere Waldbrände im Karstgebiet zwischen Monfalcone und Duino sowie an anderen Stellen im südlichen Friaul ausgebrochen.

Diese Brände stehen nicht unmittelbar mit dem Großbrand bei Tolmezzo in Verbindung.

Sie haben jedoch zeitweise Auswirkungen auf die A4 Venedig–Triest.

Im Bereich des Autobahnknotens Lisert mussten Fahrspuren gesperrt werden, damit die Einsatzkräfte arbeiten konnten. Auch die Auffahrten Redipuglia und Villesse in Richtung Triest waren zeitweise betroffen.

Für Urlauber aus Österreich, die über die A23 aus Richtung Tarvisio nach Jesolo fahren, liegt dieser Bereich allerdings östlich der üblichen Route nach Jesolo.

Wer dagegen aus Richtung Triest oder Slowenien anreist, sollte die Verkehrslage besonders aufmerksam verfolgen.

Anreise nach Jesolo weiterhin möglich

Für die klassische Anreise aus Österreich über Tarvisio – Udine – A4 – San Donà di Piave/Noventa di Piave – Jesolo besteht derzeit keine grundsätzliche Einschränkung aufgrund der Waldbrände bei Tolmezzo.

Die Situation kann sich allerdings schnell verändern.

Zusätzlich ist rund um den Feiertag Ferragosto mit starkem Ferien- und Rückreiseverkehr auf den Autobahnen zu rechnen. Staus müssen deshalb nicht zwangsläufig mit den Waldbränden zusammenhängen.

Wer aktuell nach Jesolo oder Cavallino-Treporti unterwegs ist, sollte vor der Abfahrt und während einer Pause nochmals die Verkehrslage überprüfen.

Besteht in Jesolo eine Gefahr durch den Rauch?

Die Empfehlungen zum Tragen von FFP2- oder FFP3-Masken beziehen sich derzeit auf die betroffenen Gemeinden im nördlichen Friaul.

Für Jesolo, Cavallino-Treporti und die unmittelbare venezianische Küstenregion bestehen nach aktuellem Stand keine vergleichbaren Gesundheitsempfehlungen aufgrund der Brände bei Tolmezzo.

Die Entfernung zum Brandgebiet ist erheblich. Abhängig von Windrichtung und Wetter können Rauch oder Dunst von großen Waldbränden zwar auch über größere Entfernungen sichtbar sein. Daraus lässt sich jedoch nicht automatisch eine gesundheitlich relevante Belastung an der Küste ableiten.

Keine Entwarnung in Friaul

In den Brandgebieten selbst bleibt die Lage dagegen ernst.

Feuerwehr, Zivilschutz, Forstverwaltung und die Besatzungen der Löschflugzeuge und Hubschrauber arbeiten weiter daran, die Feuer einzudämmen.

Entscheidend für die kommenden Stunden und Tage werden Wind, Temperaturen, Luftfeuchtigkeit und mögliche Niederschläge sein.

Für Jesolo-Urlauber gilt derzeit zusammengefasst: Die Anreise über Tarvisio, A23 und A4 ist grundsätzlich möglich. Im Raum Tolmezzo/Amaro kann Rauch sichtbar sein. Die lokalen Sperren befinden sich vor allem unmittelbar im Brandgebiet. Auf der A4 können zusätzlich andere Waldbrände im Friaul kurzfristig zu Verkehrsbehinderungen führen.

Stand: Sonntag, 16. August 2026, ca. 15:30 Uhr. Die Lage ist dynamisch. Straßensperren, Verkehrslage und Brandentwicklung können sich kurzfristig ändern.

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